Grand Anglo-Francais

Beschreibung und Geschichte unserer Meutehunde.                   weitere Bilder

Anglo-Französische Laufhunde

Danilo DSJV Junghundeschau Schwarzenstein 2011

 

Eyk,  DSJV Junghundeschau  Schwarzenstein 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschichte:
Anfang des 18. Jahrhunderts beschloss der Graf von Toulouse, die französischen Hundemeuten mit neuem englischen Blut zu beleben, um die Rassen zu stärken und sie außerdem etwas ausgeglichener zu machen. Foxhounds wurden zu diesem Zweck aus England nach Frankreich gebracht. Die Foxhounds waren auf die Jagd nach Füchsen spezialisiert, außerdem waren diese Hunde schlauer, lebhafter und widerstandsfähiger als die französischen Rassen. Fortan wurden Poitevins, Gascon Saintongeois und andere typisch französische Hunderassen mit diesen englischen Hunden gekreuzt. Die Hunde, die aus diesen Kreuzungen hervorgegangen waren, nannte man lange Zeit Bastarde. Graf Le Couteulx de Canteleu kritisierte sogar grundsätzlich die Verwendung von britischen Hunden für die Jagd in Frankreich; seiner Ansicht nach, waren sie für die in Frankreich praktizierten Jagdformen nicht geeignet. Außerdem äußerte er die Vermutung, die nach Frankreich importierten Hunde seien lediglich minderwertige Exemplare, die aus den großen englischen Jagdhundzuchten ausgesondert wurden.

Im Jahr 1930 gab es immer noch keinen Rassestandard für diese berühmten Bastarde, die so gut für die Jagd auf Hirsche, Rehe und Wildschweine geeignet waren. Graf Henri d´Andigné, der Präsident der Cosiété der Vénerie (französischer Hetzjagdverband), erstellte schließlich einen ersten Rassestandard und gab dieser Rasse den Namen Anglo-Französischer Laufhund. Aus Rücksicht auf empfindliche französische Gemüter schrieb er 1967 in einem Kommentar zu seinem Standard: „Wir haben den Namen Anglo-Francais gewählt, weil sonst kein passenderer zu finden war. Wir möchten aber nicht, daß es so aussieht, als sei dieser Hund zu gleichen Teil französischer und englischer Abstammung, denn dabei würde dem Blut des Foxhounds ein zu großes Gewicht beigemessen. Es handelt sich sowohl beim Anglo Gascon Santongeios wie beim Anglo Poitevin, die heute am weitesten verbreitet sind, um französische Hunde, deren Morphologie durch englisches Blut verbessert wurde. Sie haben die wichtigsten Charaktereigenschaften der ursprünglichen französischen Rassen beibehalten, und auf Grund dieser Kriterien muß man einordnen und beurteilen.“ Allerdings wurde ein Einheitsstandard mit Farbvarianten für die drei Laufhundrassen erstellt, sondern drei eigenständige Standards: Grand Anglo-Francais Tricolore, Grand Anglo-Francais Blanc et Nour, Grand Anglo-Francais Blanc et Orange.

Die großen französischen Meuten, die zuweilen bis zu 1000 Hunde zählten und deren Unterhalt ein Riesenvermögen verschlang, wurden mit der Zeit abgeschafft. Doch nicht nur finanzielle Gründe führten zur Auflösung dieser Meuten. Auch der Raum, den eine Parforce-Jagd erfordert, steht in Frankreich kaum mehr zur Verfügung. Leider.

Die französischen Jagdhundmeuten bestehen vorwiegend aus Großen Anglo-Französischen Laufhunden. Das sind leidenschaftliche, ungestüme Jäger, die man keinesfalls als reine Begleithunde halten darf. Sie sind geborene Jagdhunde und sollten es auch bleiben.

Grand Anglo-Francais Tricolore: Die dreifarbige Varietät ist wohl der heute am meisten gezüchtete und am weitesten verbreitete Große Anglo-Französische Laufhund. Dieser Schlag ist aus Kreuzungen zwischen Poitevins und Foxhounds. Die meisten der heutigen Tricolores stammen von Tartane, einer Hündin aus der Meute von Émile de la Besge ab. Als im Jahr 1847 die meisten Hunde dieser Meute wegen der Tollwurt getötet werden mußten, war sie eine der wenigen Überlebenden. In vielen Gegenden Frankreichs wurden diese Hunde erfolgreich bei der Jagd auf Rehe, Hirsche und sogar Wildschweine eingesetzt.

Grand Anglo-Francais Blanc et Moir: Die Ahnen des schwarz-weißen Schlages sind der Bleu de Gascogne, der Gascon Saintogeois und der Foxhound. Vor allem durch seine Kopfform unterscheidet sich der schwarz-weiße Anglo-Franzose vom reinrassigen Gascon Saintongeois. Die dritte Generation dieser Hunde nähert sich jedoch immer entweder mehr dem französischen oder mehr dem englischen Standard an, je nachdem, welche Linie eine größere Rolle in ihrem Stammbaum spielt. Bei einem Großen Anglo-Französischen Laufhund, der sich eher in Richtung des britischen Typs entwickelt, verändert sich allmählich die Kopfform: Der Kopf wird kürzer, der Ohransatz ist höher, und das Ohr ist nicht mehr ganz so lang.

Grand Anglo-Francais Blanc et Orange: Dieser Hund ist aus einer Kreuzung von Billy und Foxhound entstanden. Von letzterem hat er die fahl- bis intensiv orangefarbenen Flecken geerbt. Das Ziel der Züchter war, einen Hund zu schaffen, der die Farbe des Billys, aber den Körperbau des Tricolore haben sollte. Der Grand Anglo-Francais Blanc et Orange wird sehr erfolgreich hauptsächlich bei der Jagd auf Rehe und Wildschweine eingesetzt.

Englische und Französische Hunde: Der Hauptunterschied bei den englischen und französischen Jagdhunden liegt darin, daß man in England vor allem den Fuchs jagt, und zwar nach dem Gesicht, müssen die Jagdhunde schnelle Sprinter mit guten Augen sein, brauchen aber keinen allzu feinen Geruchssinn zu haben. In Frankreich dagegen, müssen die Jagdhunde in der Lage sein, die Spur eines Hirsches zu verfolgen, der unter Umständen mehr als zwei Stunden Vorsprung hat. Sie müssen vor allem eine sehr feine Nase haben. Das Aufspüren eines Rehs ist für die Hunde noch viel schwieriger, denn das Reh ist viel schlauer als der Hirsch und schafft es, gegen Ende der Jagd kaum noch Geruchsspuren zu hinterlassen.

In Deutschland werden die Welpen mit den Initialen ihrer Meute tätowiert und/oder gechipt. Alle deutschen Jagdmeute-Junghunde werden an einem bestimmten Tag im Jahr in Wesel (Niederrhein) von einem Internationalen Gremium begutachtet und dann beim Jagdgebrauchshundeverband registriert. Im Anschluß daran findet eine sehenswerte Schauschleppjagd statt. In Frankreich dagegen werden die Hunde jedes Jahr zu Beginn der Jagdsaison markiert.

Wesen, Haltung:
Wenn mehrere Laufhunde in einer Meute leben, dann brauchen sie einen sehr großen Zwinger, der gepflegt und in einem guten Zustand sein muß. Auch außerhalb der Jagdsaison muß man ihnen viel Auslauf gewähren, daher brauchen sie ein großen Gelände, auf dem sie sich austoben können. Dürfen sie mit auf die Jagd, dann sind sie natürlich aufgeregt und freuen sich sehr; sie bellen alle wie wild und können es kaum erwarten, bis es endlich richtig losgeht. Am Abend sind die Hunde allerdings auch froh, wieder zu Hause zu sein und ihre wohlverdiente Ruhe genießen zu können.

Von den heute in Deutschland gehaltenen Meuten sind 1 Harriermeute, 7  Beaglemeuten,15 Foxhoundmeuten und 2 Meuten mit Anglo-Französische Laufhunden.

Ernährung, Pflege:
Große Anglo-Französische Laufhunde brauchen eine einfache, aber hochwertige Nahrung. Ein etwa 30 kg schwerer Hund braucht täglich 450 g Fleisch (Innereien: Leber, Kutteln, Herz), 200 g Getreideflocken oder Nudeln und 200 g Gemüse. Während der Jagdsaison müssen noch zusätzlich Proteine und Vitamine gefüttert werden. Kuh- oder Ziegenmilch eignet sich sehr gut als Nahrungsmittel für Welpen und für säugende Hündinnen. Man darf den Hunden aber nicht zuviel davon geben, sonst ist Durchfall vorprogrammiert. Auch Eier sind gut für ihre Gesundheit, denn sie sind reich an Vitaminen, Fetten und Kalzium. Die Hunde fressen sowohl roh als auch gekocht. Der Große Anglo-Französische Laufhund liebt Brot; es sollte allerdings trocken verfüttert werden und nicht in allzu großer Menge. Ist es feucht oder verschimmelt, verursacht es Verdauungsprobleme. Beim Füttern sollte man darauf achten, daß die Tiere erst auf Befehl an ihre Futternäpfe dürfen, und zwar alle gemeinsam.

Wie alle Hunde, die sich gern und viel in der freien Natur bewegen dürfen, muß man auf Zecken, Milben usw. achten und überprüfen, ob Augen und Ohren sauber sind.

Widerristhöhe:Für beide Geschlechter 60 bis 70 cm

Gewicht: rund 30 – 35 kg.

Farbe: Tricolor, meist mit schwarzem Mantel oder mit mehr oder weniger ausgedehnten, schwarzen Flecken; lebhaft loh- oder kupferfarbene Abzeichen ohne Ruß; eine übermäßige Tüpfelung ist unerwünscht.

Durchschnittliche Lebenserwartung: 8 Jahre.

Andere Namen: French Black and White Dog, French Orange and White Dog, French Tricolor Hound

Anerkennung durch:
FCI (Fédération Cynologie International)

FCI-Gruppe 6: Lauf- und Schweißhunde

 

 

Link zum FCI – Standard Nr. 322: